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Beschreibung des Arzneimittels: Thiethylperazin (Thiethylperazinum)

THIETHYLPERAZIN (Thiethylperazinum) *. 2-Ethylthio-10- [3- (1-methylpiperazinyl-4) propyl] phenothiazindimaleat.

Synonyme: Torecan, Thiethylperazini maleas, Thiethylperazine maleate, Torecan, Toresten, Tresten.

Thietilperazin gehört zu den Phenothiazinderivaten und ist in seiner chemischen Struktur dem Antipsychotikum Merazin sehr ähnlich (siehe). Thiethylperazin unterscheidet sich von letzterem dadurch, dass in Position 2 des Phenothiazinkerns Wasserstoff anstelle des Cl-Atoms durch die SC 2 H 5 -Gruppe ersetzt wird.

Thiethylperazin unterscheidet sich von typischen Phenothiazin-Antipsychotika dadurch, dass es keine ausgeprägte sedierende Wirkung aufweist, die Wirkung von Schlaftabletten und Analgetika nur schwach verstärkt, keine ausgeprägte kataleptogene Wirkung aufweist und im klinischen Einsatz in der Regel keine schweren extrapyramidalen Störungen verursacht. Thiethylperazin hat jedoch eine starke antiemetische Wirkung; in diesem indikator ist es deutlich aktiver als chlorpromazin und meterazin überlegen.

Das Medikament ist wirksam gegen Erbrechen verschiedener Herkunft. Es unterdrückt unter Versuchsbedingungen das Erbrechen durch Erregung des Erbrechungszentrums (Apomorphin) und Reizung der gastrointestinalen Rezeptoren (Kupfersulfat). Der Mechanismus der antiemetischen Wirkung von Thiethylperazin besteht aus einer beruhigenden Wirkung auf das Erbrechenzentrum und einer gleichzeitigen Wirkung auf die Chemorezeptor-Triggerzone des Medulla oblongata, während die Wirkung auf die Chemorezeptor-Triggerzone im Mechanismus der antiemetischen Wirkung von Aminazin und anderen Phenothiazinpräparaten überwiegt. Thiethylperazin ist daher ein vielseitigeres Antiemetikum.

Thiethylperazin wird verwendet, um Übelkeit und Erbrechen verschiedener Ursache zu verhindern und zu stoppen, einschließlich während der Strahlentherapie und Chemotherapie von bösartigen Neubildungen, bei chirurgischen Eingriffen, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, See- und Luftkrankheiten, bei Migräne und beim Erbrechen schwangerer Frauen. Positive Ergebnisse (Beendigung von Übelkeit und Erbrechen, Verringerung oder Beendigung von Schwindel, Nystagmus, Gangstörungen) wurden bei Störungen des Gleichgewichts und der Koordination in Verbindung mit zerebrovaskulären Störungen, vegetovaskulärer Dystonie und Morbus Menière festgestellt.

Thiethylperazin wird oral in 1 Tablette (6, 5 mg) 1–3-mal täglich oder 1 Suppositorium (6, 5 mg) 2-mal täglich (morgens und abends), in akuten Fällen 1–2 ml intramuskulär ( 6, 5 - 13 mg) pro Tag. Die Behandlung dauert bei Bedarf 2 bis 4 Wochen. Zur Vorbeugung von postoperativem Erbrechen wird ca. eine halbe Stunde vor Operationsende 1 ml (6, 5 mg) intramuskulär verabreicht.

Das Medikament ist in der Regel gut verträglich. Trockener Mund, Schläfrigkeit, posturale Hypotonie (bei hohen Dosen) werden manchmal beobachtet. In seltenen Fällen (häufiger bei Kindern) können extrapyramidale Störungen auftreten. In diesem Zusammenhang wird nicht empfohlen, das Medikament Kindern unter 15 Jahren zu verschreiben.